Anklöpfeln

Der Brauch „Anklöpfeln“

Der Brauch des „Anklöpfelns“, wie ihn der Männerchor Niederau pflegt, ist hauptsächlich im Gebiet der Erzdiözese Salzburg beheimatet.

Über die Entstehung des Brauches gibt es die unterschiedlichsten Auskünfte. Die wahrscheinlichste ist wohl folgende:

Bettler hatten einfach um die Adventzeit ihre beste Zeit. Mitmenschlichkeit ist eine zentrale Botschaft der Vorweihnachtszeit und somit waren (und sind) Leute einfach spendenfreudiger. Noch dazu, wenn mit Musik und Gesang an die Türen geklopft wurde. Unter diesen Bettlern waren sicher auch hervorragende Musiker, daher ist es nicht verwunderlich, dass richtig urige, unterhaltsame Musikveranstaltungen, meist in größeren Bauernhäusern entstanden. Gegen solche Lustbarkeiten in der Adventzeit hatte natürlich die Kirche etwas und so ist es nicht verwunderlich, dass um das 18. Jahrhundert das Anklöpfeln verboten wurde.

Weil jedoch der Brauch so beliebt war, fand die Kirche einen Weg, dies für ihre Zwecke zu nutzen. Aus weltlichen Liedern wurden Lieder mit Bezug auf das Weihnachtsevangelium. Die „Hirten auf dem Felde“ passten noch dazu genau zum Leben der Bauern in den Bergen. Somit handeln diese Lieder von wachenden und schlafenden Hirten, von der Verkündigung der Geburt Christi durch Engel und von den armseligen Geschenken, die man dem kleinen Buben, der in einem Stall auf die Welt kam, gebracht hat.

Die verschiedenen Anklöpflertruppen interpretieren diese Doppelgleisigkeit unterschiedlich: einerseits die weltlichen „Ausschweifungen“, andererseits die christliche Botschaft. Wir vom Männerchor hoffen eine gute Mischung gefunden zu haben.

Anklöpfeln in Niederau

Immer wieder stößt man auf Weihnachtslieder mit dem Hinweis „ aus der Wildschönau". Genauere Recherchen darüber haben wir aber noch nicht angestellt.

Von der Niederau wissen wir, dass der Brauch fast schon ausgestorben war, bis der damalige Volksschuldirektor Thaler Heinrich ein beliebtes Weihnachtsspiel komponierte, das 1948 erstmals, dann bis etwa 1965 immer wieder aufgeführt wurde. Mitgewirkt haben eine ganze Schar von Leuten, auch Frauen als Engel, eine eigene Musikgruppe mit Zither, Gitarre, Harfe und am Bass der Thaler höchstpersönlich. Aus diesem „Thalerspiel" entstammt übrigens die wohl beliebteste Weihnachtsweise der Niederau – „Lasst uns nach Bethlehem gehen".

Leider war es immer schwieriger so viele Musiker und Sänger aufzutreiben, außerdem fand man immer weniger Bauernstuben, die für so viele Mitwirkende Platz boten. Der Brauch schlief wieder ein.

Um 1975 war es dann eine Gruppe rund um Joachim Weißbacher, die fast 10 Jahre lang den Brauch mit traditionellen Weihnachtsliedern, hauptsächlich in Privatstuben in Niederau pflegte. Zur Truppe gehörten auch Gere, Woife, Reine (heute Obmann, Chorleiter und Schriftführer beim Männerchor) und Annal – unser leider verstorbener Gesangskamerad.

Seit der Gründung 1997 ist der Männerchor meist mit 2 Gruppen unterwegs. Aber auch andere (Schrofner Mander, Landjugend…) pflegen den Brauch. In der Niederau wird der Brauch recht intensiv betrieben.

Heute treten wir mehr bei größeren Adventveranstaltungen oder Weihnachtsfeiern von Firmen auf als in privaten Stuben. Noch dazu immer mehr „auswärts" als in der Niederau.

Kontakt

Chorleiter
Gerhard Klingler
Tel. +43 (0) 664 / 17 77 395
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Obmann
Heinz Koch
Tel. +43 (0) 664 / 48 45 485
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