Thalermesse

Über die Thalermesse:

Am Ostersonntag ist es wieder so weit:Gemeinsam mit dem Kirchenchor führen wir bei der Messe um 10:00 die „Thaler-Messe“ auf.Eine Pause war notwendig, weil wir in der Niederau keinen Organisten mehr hatten . Innerhalb von kürzester Zeit hat OLGA dieses schwierige Instrument erlernt und traut sich, diese Messe unseres legendären Organisten zu spielen.Im Bild: Thaler Heinz bei seinem letzten Weg von seiner geliebten Orgel herunter.Aus seinen Memoiren: … Die Sänger singen sie heute noch gerne und selbst Six, der alte Hausberger, mein Bassist, rief einmal während einer Probe unvermittelt aus: "Das ist die schönste Messe, die wir haben!".

"Rennts um den Lehrer!" hieß es jahrzehntelang in Niederau. Ob sich jemand verletzt hatte, ob ein Formular auszufüllen war, ob irgendwo ein Kurzschluß auftrat, ob ein Bauer Hilfe beim Dreschen brauchte, als die Kartoffelkäfersuche zu organisieren war ("ich bin der Kartoffelkäfermarschall von Niederau") - immer waren sein Rat und seine Hilfe gefragt.

Heinz Thaler: Familienvater, Schulleiter, Organist, Chorleiter, Kapellmeister, Heimatforscher, Arzt, Chronist und Rechtskonsulent.... ein Dorfschulmeister, wobei man vermuten darf, daß mehr das Dorf Mittelpunkt seiner Lebensinteressen war. Der tief religiöse Heinz Thaler war auch politisch ein hoch interessanter Mann. Das beweist nichts besser, als die skurril scheinende, aber gefährliche Situation in den letzten Kriegstagen im Niederauer Schulhaus: Im Parterre wohnte die Familie Thaler mit dem jüdischen Mädchen Marion Dann, im ersten Stock war ein Offiziersstab der Wehrmacht einquartiert, und am Dachboden hatte Thaler ein regelrechtes Waffenlager für den Widerstand. Als einer der Offiziere in Marions Gegenwart bemerkte: "Ich bin nur froh, daß mein Haus im Rheinland zerstört ist, sodaß kein gottverdammter Jude reinziehen kann", sah ihn Marion an und sagte: "Ich bin jüdisch!". "Dann rannte ich sofort zu Tati und erzählte ihm was ich getan hatte. Er tröstete mich und sagte, alles werde schon gut werden." (Marion) Thaler fuhr daraufhin mit Eva Dann, die Englisch sprach, nach Wörgl, um die Amerikaner zu holen. Stunden später befreite die US-Armee auch Niederau, verhaftete die Offiziere und kümmerte sich um die hier in der Wildschönau versteckten Juden.

Seine besondere Liebe galt der Musik. Thaler komponierte einige Stücke für Chor und Orgel, sowie für Blechmusik. Besonders stolz war er auf sein Anklöpfelspiel, dessen "Laßt uns nach Bethlehem gehn" das heimliche "Stille Nacht" der Niederauer wurde. Er schrieb 2 Messen: die "Kiabrandmesse" und die Festmesse. Über diese schrieb er in seinen Memoiren: In diesem Jahre (1921) schrieb ich eine 6 - stimmige Messe (Sopran, Alt, 1. und 2. Tenor, 1. und 2. Baß) mit Orgel und kleinem Orchester (Es-Klarinette, 2 B-Klarinetten, 2 Hörner in D und ein 4-zylindriges Tenorhorn). Ich hielt die ganze Messe sehr einfach, doch melodienreich. Sie war ganz pastoraliter gehalten. Auch gab es Soli, Duette, und volle Chorsätze. Das gefiel den Sängern und Zuhörern. Der Pfarrer war am meisten begeistert. "Herr Lehrer, das war heute meine einzige Weihnachtsfreude!" rief er mir zu. Sorfort gab er mir 1000 Kronen, doch dürfte ich keinem Kirchenchore die Messe zum Abschreiben leihen oder gar zur Aufführung überlassen. Ich nahm die 1000 Kronen auch an und habe die Messe auch nie ausgeliehen. Die Sänger singensieheute noch gerne und selbst Six, der alte Hausberger, mein Bassist, rief einmal während einer Probe unvermittelt aus: "Das ist die schönste Messe, die wir haben!".

Kontakt

Chorleiter
Reinhold Haas
Tel. +43 (0) 664 / 8752662
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Obmann
Matthias Gwiggner
Tel. +43 (0) 664 / 73 799 599
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